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VertragsFuchs

Kreditkarte

Was deine Kreditkarte im Ausland wirklich kostet

Bei Kreditkarten wird über die Jahresgebühr gesprochen, weil sie die sichtbarste Zahl ist. Wer die Karte regelmäßig außerhalb des Euroraums nutzt, zahlt den größeren Teil aber woanders: bei jeder einzelnen Zahlung. Drei Posten entscheiden darüber, und einer davon ist eine Frage, die dir das Kartenterminal stellt.

7 Minuten Lesezeit

Das Fremdwährungsentgelt

Zahlst du in einer anderen Währung als Euro, rechnet deine Bank den Betrag um und behält dafür einen prozentualen Aufschlag ein. Das ist das Fremdwährungsentgelt, manchmal auch Auslandseinsatzentgelt genannt.

Die Höhe unterscheidet sich zwischen Karten deutlich, und manche Karten verzichten ganz darauf. Weil der Aufschlag prozentual ist, fällt er bei jeder Zahlung an und summiert sich still. Genau deshalb kann eine Karte mit Jahresgebühr für Vielreisende günstiger sein als eine ohne.

Die Rechnung dazu ist einfach: Überschlage, was du im Jahr außerhalb des Euroraums ausgibst. Liegt der Aufschlag darauf höher als die Jahresgebühr einer Karte ohne Fremdwährungsentgelt, lohnt der Wechsel. Den konkreten Satz deiner Karte findest du im Preis- und Leistungsverzeichnis.

Die Frage an der Kasse, bei der die meisten falsch antworten

Im Ausland fragt das Kartenterminal häufig, ob du in Euro oder in der Landeswährung zahlen willst. Euro klingt nach Klarheit: Man sieht sofort, was es kostet.

Der Haken: Wer Euro wählt, überlässt die Umrechnung nicht der eigenen Bank, sondern dem Zahlungsdienstleister vor Ort. Der setzt den Kurs selbst, und er tut das nicht zu deinen Gunsten. Dieses Verfahren heißt Dynamic Currency Conversion, und der Aufschlag darin ist regelmäßig höher als das Fremdwährungsentgelt, das du sonst gezahlt hättest.

Die Faustregel ist deshalb kurz: im Ausland immer die Landeswährung wählen. Dasselbe gilt am Geldautomaten und bei Online-Zahlungen in fremder Währung. Wird die Frage nicht gestellt, sondern direkt in Euro abgerechnet, lässt sich das manchmal beim Personal korrigieren.

Bargeld: der Posten mit zwei Kostenarten

Geld am Automaten abzuheben kostet bei Kreditkarten oft doppelt. Einmal fällt ein Entgelt je Abhebung an, häufig als Prozentsatz mit Mindestbetrag. Das macht kleine Abhebungen besonders teuer.

Dazu kommt je nach Kartenmodell etwas, das viele überrascht: Bei manchen Karten gilt eine Bargeldabhebung als Kreditinanspruchnahme, und die wird ab dem ersten Tag verzinst, auch wenn du die Abrechnung später vollständig begleichst. Ob das bei deiner Karte so ist, steht in den Bedingungen.

Praktisch heißt das: lieber seltener und dafür größere Beträge abheben, und für regelmäßige Bargeldversorgung im Ausland eher eine Karte nutzen, die genau dafür gedacht ist.

Debit oder echte Kreditkarte: wo es im Ausland zählt

Viele Karten mit Visa- oder Mastercard-Logo sind Debitkarten. Der Betrag geht sofort vom Konto ab. Zum Bezahlen funktioniert das fast überall.

Es gibt aber zwei Situationen, in denen der Unterschied plötzlich praktisch wird: Mietwagen und Hotels verlangen häufig eine Kaution, und dafür wird ein Betrag auf der Karte blockiert, nicht abgebucht. Diese Blockade setzt einen Kreditrahmen voraus. Mit einer Debitkarte wird sie oft abgelehnt, mit einer Prepaid-Karte praktisch immer.

Wer also eine Reise plant, bei der ein Mietwagen vorkommt, sollte vorher wissen, welchen Kartentyp er im Portemonnaie hat. Das steht nicht auf der Karte, aber in den Unterlagen.

Was du vor der Reise prüfst

Fünf Minuten vor der Abreise ersparen einiges an Ärger unterwegs.

  • Welchen Satz hat mein Fremdwährungsentgelt, und gilt es auch innerhalb Europas außerhalb der Eurozone?
  • Ist meine Karte eine Charge-, Debit-, Revolving- oder Prepaid-Karte?
  • Ist die Teilzahlung aktiviert, und will ich das?
  • Welche Versicherungen liegen der Karte bei, und an welche Bedingung sind sie geknüpft? Häufig gilt der Schutz nur, wenn die Reise mit dieser Karte bezahlt wurde.
  • Gibt es ein Limit, das für die geplanten Ausgaben zu niedrig ist? Eine Anhebung dauert manchmal ein paar Tage.

Häufige Fragen

Soll ich im Ausland in Euro oder in Landeswährung zahlen?

In der Regel in Landeswährung. Bei der Abrechnung in Euro setzt der Zahlungsdienstleister vor Ort den Kurs, und dieser Aufschlag liegt meist über dem Fremdwährungsentgelt deiner eigenen Bank.

Lohnt sich eine Karte mit Jahresgebühr?

Das hängt an deiner Nutzung. Überschlage, was du im Jahr außerhalb des Euroraums ausgibst, und vergleiche den Aufschlag darauf mit der Jahresgebühr einer Karte ohne Fremdwährungsentgelt. Ohne nennenswerte Auslandsnutzung ist die gebührenfreie Karte die einfachere Rechnung.

Warum kostet Bargeldabheben mit der Kreditkarte so viel?

Weil zwei Kostenarten zusammenkommen können: ein Entgelt je Abhebung, oft prozentual mit Mindestbetrag, und je nach Kartenmodell Zinsen ab dem ersten Tag, weil die Abhebung als Kreditinanspruchnahme gilt.

Brauche ich für einen Mietwagen eine echte Kreditkarte?

Häufig ja. Für die Kaution wird ein Betrag auf der Karte blockiert, und das setzt einen Kreditrahmen voraus. Debitkarten werden dafür oft abgelehnt, Prepaid-Karten praktisch immer. Maßgeblich sind die Bedingungen des jeweiligen Vermieters.

Kreditkarte prüfen

Du weißt jetzt, welche Posten im Ausland zählen. Auf der Kreditkarten-Seite stehen die Vergleichspunkte und darunter der Rechner.

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