Hausrat
Versicherungssumme und Unterversicherung bei der Hausratversicherung
Bei der Hausratversicherung wird viel über Beiträge gesprochen und wenig über die Versicherungssumme. Dabei entscheidet gerade sie darüber, wie viel im Schadensfall tatsächlich ankommt. Ist sie zu niedrig angesetzt, kürzt der Versicherer anteilig, und das trifft nicht nur den großen Schaden, sondern auch den kleinen.
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Was überhaupt zum Hausrat zählt
Bevor man eine Summe bestimmen kann, muss klar sein, was mitgezählt wird. Die Faustregel ist einfach: Was du bei einem Umzug mitnehmen würdest, ist Hausrat. Was in der Wohnung bliebe, gehört zum Gebäude.
Hausrat sind also Möbel, Kleidung, Elektrogeräte, Geschirr, Bücher, Teppiche, Lampen und Fahrräder. Wände, Fenster, Heizung und fest verbaute Sanitäranlagen dagegen nicht, dafür ist die Wohngebäudeversicherung des Eigentümers zuständig.
Im Graubereich liegen Dinge wie Einbauküchen oder Parkett. Hast du sie als Mieter selbst eingebaut, zählen sie üblicherweise zu deinem Hausrat. Waren sie schon drin, gehören sie zum Gebäude.
Die Summe richtet sich am Neuwert aus, nicht am Restwert
Übliche Hausrattarife ersetzen zum Neuwert. Wird dein acht Jahre altes Sofa zerstört, bekommst du nicht, was es gebraucht noch wert wäre, sondern was ein vergleichbares neues heute kostet.
Genau deshalb muss auch die Versicherungssumme am Neuwert orientiert sein. Wer überschlägt, was sein Hausrat beim Verkauf noch einbringen würde, landet zwangsläufig zu niedrig, und zwar deutlich.
Die ehrliche Probe: Stell dir vor, die Wohnung wäre vollständig leer, und du müsstest alles neu kaufen. Möbel, Kleidung, Küche, Elektronik, Bettwäsche, Werkzeug, Sportsachen. Die meisten unterschätzen diese Summe erheblich, weil sich Hausrat über Jahre unauffällig ansammelt.
Was Unterversicherung praktisch bedeutet
Ist die vereinbarte Summe niedriger als der tatsächliche Neuwert, liegt eine Unterversicherung vor. Der Versicherer ersetzt dann nicht den Schaden abzüglich der Differenz, sondern kürzt im Verhältnis der beiden Werte zueinander.
Ein Rechenbeispiel, rein zur Veranschaulichung der Formel: Angenommen, dein Hausrat hat einen Neuwert von 60.000 Euro, versichert sind aber nur 30.000 Euro. Damit ist die Hälfte gedeckt. Entsteht nun ein Wasserschaden über 10.000 Euro, bekommst du davon die Hälfte, also 5.000 Euro.
Wichtig daran ist die Reichweite: Die Kürzung greift bei jedem Schaden, auch bei einem sehr kleinen. Die Versicherungssumme ist also keine Obergrenze, die einen nur im Extremfall trifft, sondern ein Faktor, der immer mitrechnet.
Der Unterversicherungsverzicht
Weil kaum jemand seinen Hausrat auf den Euro genau beziffern kann, bieten Versicherer einen Ausweg an. Wird die Versicherungssumme über einen pauschalen Betrag je Quadratmeter Wohnfläche gebildet, verzichten sie auf den Einwand der Unterversicherung.
Praktisch heißt das: Solange die Wohnfläche stimmt, wird im Schadensfall nicht mehr geprüft, ob die Summe zum tatsächlichen Wert passt. Gekürzt wird dann nicht. Das ist für die meisten Haushalte der ruhigere Weg.
Zwei Dinge bleiben trotzdem zu beachten. Erstens muss die angegebene Wohnfläche korrekt sein, sie ist die Grundlage der ganzen Rechnung. Zweitens bleibt die Versicherungssumme die Obergrenze: Wer deutlich wertvolleren Hausrat hat als der Pauschalwert unterstellt, ist damit zwar vor der Kürzung sicher, aber nicht automatisch ausreichend versichert.
Wenn sich etwas ändert
Die Versicherungssumme ist keine Einmalentscheidung. Ein Umzug in eine größere Wohnung verändert die Wohnfläche und damit die Grundlage. Auch größere Anschaffungen können die Rechnung verschieben.
Deshalb gehört die Hausratversicherung zu den Verträgen, die einen Blick verdienen, wenn sich im Leben etwas ändert, und nicht nur dann, wenn die Beitragsrechnung kommt.
Häufige Fragen
Wie finde ich heraus, was mein Hausrat wert ist?
Am ehrlichsten über die Frage, was eine komplette Neuanschaffung kosten würde. Wer es genauer will, geht Raum für Raum durch und notiert die größeren Posten. Viele Verträge nutzen ersatzweise einen Pauschalwert je Quadratmeter und verzichten dann auf den Einwand der Unterversicherung.
Was passiert, wenn ich die Wohnfläche falsch angebe?
Bei einem Vertrag mit Unterversicherungsverzicht ist die Wohnfläche die Grundlage der Versicherungssumme. Ist sie zu niedrig angegeben, ist auch die Summe zu niedrig, und der Verzicht schützt dann nicht vor dieser Lücke. Die Angabe sollte also stimmen.
Brauche ich als Mieter eine Wohngebäudeversicherung?
Nein. Die ist Sache des Eigentümers und deckt das Gebäude selbst ab. Als Mieter versicherst du deinen Hausrat, also deine beweglichen Sachen.
Ist mein Fahrrad über die Hausratversicherung abgedeckt?
Innerhalb der Wohnung oder eines abgeschlossenen Kellers in der Regel ja, bis zu einer Obergrenze. Diebstahl auf der Straße ist dagegen häufig ein eigener Zusatzbaustein. Bei einem teuren Rad lohnt es sich, diesen Punkt gezielt nachzulesen.
Hausratversicherung prüfen
Du weißt jetzt, woran die Versicherungssumme hängt. Auf der Hausrat-Seite stehen die Vergleichspunkte und darunter der Rechner.